Ricadi
Am Fuße der sich zwischen Briatico und Tropea erstreckenden Hochebene des Monte Poro auf das Vorgebirge gebettet, dessen Scheitelpunkt als Capo Vaticano bezeichnet wird (in der Antike soll auf dem Capo Vaticano, was übersetzt “Kap der Prophezeiungen” bedeutet, ein Orakel vor den Gefahren gewarnt und den Seeleuten die Zukunft vorhergesagt haben), weist Ricadi zahlreiche archäologische Funde auf, die in verschiedenen Ausgrabungsphasen ans Licht kamen. Ricadi ist frühgeschichtlichen Ursprungs und wurde später nacheinander von den Phöniziern, Karthagern, Locresern, Römern, Byzanthinern und Normannen, den Sarazenen, die alles was sie nicht raubten den Flammen überließen, den Angevinen, den Herzögem von Aragon und Frankreich und den Burbonen besetzt.
Weitere geschichtliche Spuren finden sich im Gebiet Formicoli (Forum Herculis, wo der mächtige Halbgott Hercules auf seiner Rückkehr aus Spanien üppige Weiden für seine Herden fand), wo ebenso wie im Ortsteil Brivadi eine byzanthinische Nekropolis entdeckt wurde, sowie entlang des Küstenstrichs, wo zahlreiche Wachtürme gegen die Angriffe der Türken zu finden sind.
Ricadi und Capo Vaticano zählen zu den malerischsten Fleckchen Kalabriens mit traumhaftem Blick auf die Äolischen Inseln und sind gefragte Urlaubsziele für Liebhaber unbeschwerter Ferien inmitten eines landschaftlichen Szenarios aus Obstbäumen, strahlendem Sonnenschein, kristallklarem Meer, feinkörnigen weißen Sandstränden und schwarzen Felsen, die in den zahlreichen gut ausgestatteten Campinganlagen, Ferienwohnungen und Hotels herzlich aufgenommen werden.
Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde Ricadi:
Im Ortsteil Brivadi lohnt sich der Besuch des Wachsturms “Torre Marrana”, der mittlerweile leider auf die Grundmauern reduziert ist.
“Torre Marrana” erhielt Rauchzeichen vom nahegelegenen Wachturm “Torre Ruffa” und leitete diese an die anderen Wachtürme entlang der Küste weiter, um in einer Kettenreaktion schließlich das Castello di Monteleone im heutigen Vibo Valentia vor Angreifern zu warnen.
Das Museo della Civiltà Contadina (Museum Bäuerlicher Kultur) beherbergt Zeugnisse der Bäuerlichen Kultur und Arbeitswerkzeuge, die einst zur Feldarbeit eingesetzt wurden.
Im Ortsteil Lampazzone gibt es bis heute eine Wassermühle aus dem Jahr 1700 zu besichtigen, deren Besitzer, Giuseppe Rizzo, Interessierten gerne die einstige Funktionsweise der Mühle veranschaulicht.
Zu besichtigen ist die Mühle im Zeitraum zwischen dem 1. Juni und dem 30. September immer Dienstags, Donnerstags und Sonntags zwischen 08:00 Uhr und 20:00 Uhr.
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